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Buschball: Ein sicheres Füßchen

27.04.10 0 Kommentare Bewertungen (17) Aufrufe: 2501

Foto: Martin Sowa

Foto: Martin Sowa

Alles was ein Buschballer braucht: Ball, Fahnenstange, Notizblock und zwei Füße. Die Sportart ist ein Mischling aus Fußball und Crossgolf – und feiert demnächst eine große Premiere.


Irritiert drehen sich die Spaziergänger in Duisburg-Rheinhausen um. Junge Menschen, die einen Ball kreuz und quer durch den Park kicken, eine Fahnenstange vor sich hertragen und alles sorgfältig auf ihren Notizblöcken dokumentieren – was soll das?

Dabei gehen die Jungs und Mädels vom 1. BBV Rheinhausen 08 doch nur ihrem Lieblingshobby nach: Buschball. Voller Begeisterung mittendrin: Johannes Schmitt und Martin Sowa. Die beiden Studenten schreiben sich sogar auf die Fahne, das Spiel erfunden zu haben. 

Einfaches Spiel mit Regeln

Zwar hätten nachweislich schon in den 70er Jahren gelangweilte Jungs mit Bällen auf Verkehrsschilder und Bäume gezielt. Aber ein bewegliches Ziel sowie ein komplexes Regelwerk? Nein, das habe es bis vor rund zwei Jahren noch nicht gegeben.

Seitdem funktioniert Buschball so: Mehrere Mitspieler versuchen mit einem Fußball, die Fahnenstange („Pole“) mit möglichst wenigen Schüssen zu treffen. Wer wie viele Kicks benötigt hat, wird nach jedem Durchgang auf der Punktekarte („Scorecard“) vermerkt. Ähnlich wie beim Crossgolf wird die Pole von Runde zu Runde versetzt. Sie kann auf eine Parkbank gelegt, auf einem Abhang platziert, ins dichte Gestrüpp gesteckt oder hinter einem Baum versteckt werden. Logisch also, dass in erster Linie Parks und Grünanlagen als Spielorte in Frage kommen.

Fotograf: Martin Sowa,

Beschreibung:
Ein Buschballspieler (Chris vom 1. BBV Rheinhausen 08) schießt im Volkspark Rheinhausen mit dem Ball auf die im Hintergrund hinter einem Busch positionierte Buschball-Pole.
Fotograf: Martin Sowa,

Beschreibung:
Im Vordergrund steht die Buschball-Pole, im Hintergrund schießt ein Buschballspieler (Chris vom 1. BBV Rheinhausen 08) im Volkspark Rheinhausen gerade mit dem Ball auf die Pole.
Fotograf: Martin Sowa,

Beschreibung:
Im Volkspark Rheinhausen bereitet sich ein Buschballspieler (Chris vom 1. BBV Rheinhausen 08) auf den Schuss auf die im Hintergrund in einem Busch platzierte Buschball-Pole vor.

Viele weibliche Buschballer

Dort muss manchmal kräftig draufgebolzt, meistens gefühlvoll gelupft, einmal muss ein kleiner Bach, beim nächsten Mal ein gefällter Baumstamm überwunden werden. Wer die festgelegte Rundenzahl mit den wenigsten Schüssen absolviert, gewinnt. Das klingt spaßig, ist es auch. Größte Siegchancen hat, wer mit Köpfchen und Übersicht spielt und über viel Gefühl im großen Zeh verfügt.

Alles ein Ding für Jungs also? Nein, meint Erfinder Martin. „Es gibt sogar sehr viele Mädels, die spielen“, so der Buschball-Pionier in einem Interview mit dem WDR, der das Spiel vor einigen Wochen sogar schon in seinem Fernsehprogramm vorstellte. „Und es kommt öfter vor als man denkt, dass die am Ende tatsächlich auch gewinnen. Einfach deshalb, weil sie viel unbeschwerter rangehen.“

Deutsche Meisterschaft in Frechen

Der 1. BBV Rheinhausen wurde im Jahr 2008 ins Vereinsregister eingetragen. Mittlerweile gibt es Buschball-Vereine aber auch in anderen Städten. In Köln machen die Mitglieder des 1. BC Cologne 09 Wiesen und Parks unsicher, im Norden ist der 1. Hamburg Poppenbütteler Buschball Club 09 aktiv.

Zum gemeinsamen Date aller Buschball-Begeisterten kommt es am 5. Juni 2010 in Frechen. Westlich von Köln wird dann die 1. Deutsche Buschball-Meisterschaft ausgetragen. Die Cracks des Landes sind schon heiß darauf, sich demnächst womöglich Deutscher Meister nennen zu dürfen. Aber vielleicht schnappst du ihnen ja den Titel noch weg. Dann solltest du dich aber beeilen – und dich einer Buschball-Gemeinschaft anschließen. Oder gründe einfach deinen eigenen Verein. Die Anmeldefrist für die DM läuft noch bis zum 22. Mai.

Links zum Thema Buschball:

www.buschball.de

www.dm.buschball.de

spleens auf Twitter: http://twitter.com/ikkspleens

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