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Westernreiten

17.12.08 0 Kommentare Bewertungen (19) Aufrufe: 2094

Den Cowboyhut tief im Gesicht und im vollen Galopp eine Herde Rinder zusammentreiben - was früher harte Arbeit war, ist heute Grundlage für die Trendsportart Westernreiten. spleens hat junge Westernreiter beim Training besucht.

Wie im Wilden Westen

Beim Trendsport Westernreiten ist vieles von den Cowboys abgeschaut. Die Viehhirten benötigen beim Reiten ihre Hände, um das Lasso zu schwingen und ihre Rinder einzufangen. Deshalb lenken sie ihre Vierbeiner nur durch sogenannte Schenkelhilfen. Das sind Kommandos, die nur mit den Beinen ausgeführt werden. Die Zügel spielen dabei keine große Rolle und hängen - auch im Galopp - herunter oder werden in nur einer Hand gehalten. Deshalb sieht Westernreiten auch besonders cool und lässig aus. Damit sich Pferd und Reiter gut verstehen, müssen die Westernreiter ein enges Verhältnis zu ihren Vierbeinern aufbauen. "Das Pferd gehorcht wirklich auf den kleinsten Befehl", erklärt Jonathan (17). "Manchmal hat man das Gefühl, dass das Pferd die nächste Aktion sogar im Voraus ahnt." Ganz im Gegensatz zum klassischen Reiten (englischer Stil), wo das Pferd eng am Zügel geführt wird.

Gegenseitiges Vertrauen

"Einen guten Draht zum Pferd baut man nicht nur beim Reiten auf", erklärt Reiterin Linda (19), die - genau wie Jonathan - schon die Deutsche Meisterschaft im Westernreiten gewonnen hat. "Man muss sich auch mit dem Pferd beschäftigen, sich kümmern und es pflegen. Ein Pferd muss seinen Reiter achten, am Boden genauso wie auf seinem Rücken. Und das geht nur, wenn das Tier dem Reiter vertraut." In der Reitstunde übt man Geschicklichkeit, macht etwa vom Pferderücken aus ein Gatter auf und zu. Auch eine Übung, die aus dem Arbeitsleben der Cowboys abgeschaut ist. Aber man lernt auch, das Pferd perfekt zu führen - mit losem Zügel. Bis das gut gelingt, dauert es - Geduld gehört dazu. Denn bis Westernreiten wirklich so leicht aussieht, ist es ziemlich anstrengend - für Pferd und Reiter.

Die große Show

Westernreiten besteht jedoch nicht nur aus Training, sondern bringt jede Menge Spaß und nicht zuletzt auch echtes Wildwestgefühl: Cowboyhut, Stiefel und Jeanshose sind vor allem auf den Turnieren die Markenzeichen der Hobbycowboys. Wo es im klassischen Reiten eher streng zugeht, ist es bei den Westernreitern richtig locker. "Das ist das Tolle daran. Wir sind wie eine große Familie, man geht freundlich miteinander um", erzählt Christina. Im Westernreitsport gibt es viele Disziplinen. Bei der Disziplin Trail werden beispielsweise Geschick und Konzentration von Pferd und Reiter gefordert. Tore werden durchritten, man reitet über Plastikplanen oder überwindet verschieden hohe Stangen auf dem Parcours. Einige andere Turnierübungen sind besonders eindrucksvoll: sie gehören zur Disziplin, die als Dressur im Westernreitsport gilt. Dazu gehören schnelle Drehungen des Pferdes um die eigene Achse auf einem Hinterbein (Spins) oder die Vollbremsung aus vollem Galopp, bei der der Sand spektakulär aufspritzt (Sliding Stop). Diese Übungen muss das Pferd vor allem bei der Arbeit mit Rindern gut beherrschen.

Besondere Vierbeiner

Für das Westernreiten eignen sich zwar grundsätzlich erst einmal alle Pferderassen, aber einige werden sogar speziell dafür gezüchtet. Dazu gehören die Quarter Horses, Paint Horses (gescheckte Quarter Horses) und Appaloosas. Sie sind mit ihrer ausgeglichenen, freundlichen und sensiblen Art wie geschaffen für die Aufgaben im Westernreiten.

Sicher im Sattel

Auch wenn einige Turnierübungen riskant aussehen, ist Westernreiten weniger gefährlich als das klassische Reiten. Es gibt auch keine Vorschriften für Schutzkappen oder spezielle Hüte mit Verstärkung. "Wir tragen eigentlich immer normale Cowboyhüte", so Deborah. Und da die speziellen Westernpferde ausgeglichen sind, passieren Unfälle eher selten.

Leichter Einstieg

"Auf Turnieren kann man sich auch gut umsehen und Kontakte knüpfen", verrät Linda. "Jeder ist für Fragen offen und hilft weiter. Auch wenn man nur erfahren möchte, wie man am besten mit dem Westernreiten anfängt." Viele Reiterhöfe bieten neben klassischem Reiten auch Westernreiten an und stellen dafür Schulpferde zur Verfügung. So benötigt man, gerade wenn man einsteigt, kein eigenes Pferd. Wer sich gerne an ein bestimmtes Tier gewöhnen möchte, für den bieten sich Reiterbeteiligungen an. Hier "teilt" man sich mit einem anderen Reiter ein Pferd. "Man sollte sich gut überlegen, ob man mit dem Reiten anfängt", warnt Linda, "denn wer einmal im Sattel sitzt, kommt so schnell nicht wieder herunter."

Die Kosten

Reitstunden kosten in der Regel zwischen 15 bis 20 Euro, je nachdem, ob man alleine oder in der Gruppe reitet. Eine Reitbeteiligung ist für monatlich 50 bis 150 Euro möglich. Dies hängt von der Art der Beteiligung ab.

Kosten für die Westernbekleidung:

Jeanshose: ab 50 Euro
Cowboyhut: ab 26 Euro
Boots: ab 170 Euro
Hemd: ab 30 Euro

Hier gibt´s weitere Infos im Web:

www.kidsweb.at

http://www.kidsweb.at/Aktiv-Zeit/Sport/index.php?page=Englisch_Reitenwww.westernportal.de

www.reiterwissen.de

www.pferde-pferderassen.de

www.dqha.de

www.westernreiter.com

www.nrha.de


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