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Fechten

17.12.08 0 Kommentare Bewertungen (14) Aufrufe: 1307

Fechten zählt zu den schnellsten Einzelsportarten überhaupt. Eleganz, Geschicklichkeit und Tempo sind hier gefragt. Sekundenbruchteile entscheiden über Sieg oder Niederlage.

Der Einstieg

In Deutschland gibt es rund 530 Vereine. Spezielle Fechtclubs sind beinahe in jeder größeren Stadt zu finden. Aber auch die örtlichen Sportvereine verfügen häufig über eine eigene Fechtabteilung. Die meisten bieten eine unverbindliche "Schnupperstunde" an. So lässt sich leicht herausfinden, ob es die richtige Sportart für einen ist. Fechten ist leicht zu erlernen, auch ein Einstieg mit 16 Jahren oder älter ist kein Problem. Eine Mitgliedschaft kostet ungefähr 100 Euro im Jahr.  

Trainingseinheit

Bei jedem Training wird die Beinarbeit trainiert. Sie ist beim Fechten enorm wichtig, denn Ziel ist es, zu treffen, ohne getroffen zu werden - und da sind flinke Füße Voraussetzung. In Partnerübungen und in Einzel-Lektionen mit dem Fechtlehrer werden außerdem Bewegungen des Angriffs und der Verteidigung einstudiert. Man lernt, welche Klingenbewegungen zum Treffer führen und welche erfolgreich den Gegenangriff abwehren.  

Die Waffenarten

Beim Fechten wählt man unter drei Waffenarten aus: Säbel, Degen oder Florett. Sie unterscheiden sich im Gewicht, im Aufbau der des Griffs, der sogenannten Glocke und der Klingenlänge.  

Der Fechtpass

Mindestens ein halbes Jahr Training und theoretisches Grundwissen zur Sportart sind nötig, um den Fechtpass vom Deutschen Fechterbund (DFB) zu erhalten - und damit die Erlaubnis, bei Turnieren anzutreten. Wer ihn bekommen möchte, kann sich dazu an einer Prüfung anmelden. Die Kosten in Höhe von 7 Euro übernehmen meistens die Vereine. Ein Vertreter des DFB nimmt die Beurteilung im eigenen Club vor, so dass zusätzliche Anreisekosten entfallen. Er prüft, ob die Fechtanfänger die grundsätzlichen Angriffs- und Abwehraktionen beherrschen. Bei jedem Wettkampf ist dann der Fechtpass bei der Wettkampfleitung vorzulegen.  

Spannender Wettkampf

Auf den Turnieren trifft man auf viele unbekannte Gegner und muss sich in kürzester Zeit auf sie einstellen. Die Abwechslung macht es erst richtig spannend. Ein Wettkampf im Fechten bedeutet immer: Angriff, Verteidigung, Paraden, Finten, schnelle Schritt- und Sprungkombinationen vor und zurück. Aktionen werden gestartet, Angriffe abgewehrt und Strategien sekundenschnell entwickelt. Gefochten wird auf der auch Planche genannten Fechtbahn. Die Treffer erfolgen so schnell, dass man sie nicht immer mit dem bloßen Auge sehen und zählen kann. Deshalb haben alle Fechter an ihrem Fechtanzug ein sogenanntes Körperkabel. Dieses Kabel wird dann an eine elektronische Meldeanlage angeschlossen, die jeden Treffer zählt und zusätzlich durch einen Ton signalisiert.  

Die Regeln

Turniere beginnen in der Regel mit den sogenannten Rundengefechten. Jeder Fechter tritt dabei gegen alle anderen Fechter in seiner Runde an. Nach jedem Durchgang scheiden dann die nach Siegen schlechtesten Fechter aus. Ist die zuvor festgelegte Anzahl an Fechtern, die weiterkommen können, erreicht, geht man zur Direktausscheidung über. Der Fechter, der dann zuerst 15 Treffer erreicht oder die meisten Treffer bei Ablauf der Kampfzeit hat, gewinnt. 

Die Ausrüstung

Anfänger brauchen sich keine Sorgen um die Ausrüstung zu machen. Der Verein stellt erst mal die Grundausstattung zur Verfügung: Übungsflorett, Maske, Fechtjacke und Handschuh werden bereitgehalten; Trainingsanzug und Turnschuhe bringt man mit. Gebrauchte Kleidung findet man beispielsweise im Internet im Auktionshaus ebay. Einfach in der Suchmaske "Fechten" eingeben und schon bekommt man eine Übersicht über Fechtzubehör.  

Gefährliches Vergnügen?

Die Waffen haben weder scharfe Klingen noch Spitzen, die Verletzungen verursachen könnten. Außerdem ist das besondere Material der Fechtkleidung dicht gewebt und schützt perfekt. Optimale Sicherheit für den Kopf bietet zudem die Fechtmaske. Fechten ist somit nicht gefährlicher als andere Sportarten. Allerdings braucht man für bestimmte Fechtstellungen eine gute Rückenmuskulatur. Viele Fechter gehen deshalb zusätzlich schwimmen.  

Der Funfaktor

Fechten bringt richtig viel Spaß: Man wird blitzschnell, entwickelt taktisches Geschick und eine gute Kondition. Und auch wenn der Fechter immer allein dem Gegner gegenüber steht, bei Mannschaftsgefechten entwickelt sich Teamgeist, denn jedes gewonnene Gefecht bedeutet, dem Team-Sieg ein Stückchen näher zu kommen.


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