Gesundheit
Doping: Bittere Pillen für mehr Muskeln

Schlechte Kondition und null Fitness – um trotzdem Leistungen zu bringen, greifen schon Jugendliche zu Dopingmitteln. Prof. Dr. Schänzer erklärt im Interview, warum das ein Aufputschen mit fatalen Folgen ist.
Lance Armstrong, Michael Phelps oder Usain Bolt – mit dem Dopingverdacht müssen viele Spitzensportler leben. Ihre Leistungen erscheinen zu außergewöhnlich, vor allem, wenn sie die Konkurrenz scheinbar mühelos abhängen. Doch nicht nur im Profisport ist Doping ein Problem. Für bessere Leistungen und ein attraktives Aussehen nehmen auch Jugendliche gefährliche Mittel ein. Was Doping für den Körper bedeutet, erklärt Prof. Dr. Wilhelm Schänzer, Leiter des Instituts für Biochemie an der Sporthochschule Köln, im spleens-Interview.
spleens-Interview
spleens: Doping ist im Profisport immer wieder Thema. Wo aber lauern die Gefahren im Freizeitbereich?
Schänzer: Studien haben belegt, dass vor allem in Fitnessstudios Dopingmissbrauch vorkommt. 13 Prozent der Fitnessstudio-Besucher gaben an, Kontakt zu verbotenen Substanzen zu haben.
spleens: Welche Mittel sind das in der Regel?
Schänzer: Anabolika, also muskelaufbauendes Doping, und Hormone. Dazu zählen unter anderem Testosteron oder Nandrolon. Welche Motive stecken gerade bei Jugendlichen dahinter? Ein neues Erscheinungsbild. Das Schönheitsideal, wie es in Zeitschriften, Werbung und Fernsehen vorkommt, ist das Ziel. Wenig Fett, aber unglaublich ausgeprägte Muskeln.
spleens: Welche Auswirkungen hat die Einnahme von Dopingmitteln speziell für junge Menschen?
Schänzer: Während der Pubertät befindet sich der Körper im Reifeprozess. Hier von außen einzugreifen, kann schlimme Folgen haben. Herzinfarkt, Leberschäden, aber auch Impotenz beim Mann oder das Ausbleiben der Regel bei Frauen sind häufig zu beobachten. Außerdem kann es zu einem vorzeitigen Wachstumsstopp kommen.
spleens: Sind die Gefahren nicht bekannt oder werden diese verdrängt?
Schänzer: Vielen sind die Wirkstoffe der Mittel nicht bewusst. Dabei gibt es im Internet viele Seiten, die über Inhaltsstoffe informieren. Generell gilt: Finger weg von Hormonen und anderen Stoffen. Besonders unter der Hand verteilte Pillen können sehr gefährlich sein.
spleens: Gibt es auch abseits des Sports einen Anstieg von Dopingmissbrauch, zum Beispiel um Schulleistungen zu verbessern?
Schänzer: In den Schulen gibt es häufiger ein Drogenproblem. Cannabis, Kokain oder Heroin sind große Probleme. Hier wird auch verstärkt Aufklärungsarbeit betrieben.
spleens: mWas können Sie einem jungen Menschen raten, der mit Doping in Berührung kommt?
Schänzer: Vor Dopingmitteln kann nur gewarnt werden. Durch gesunde Ernährung, Bewegung und ordentliches Training kann jeder seine Höchstleistungen erreichen. Im Sport zählt Fairness und die sollte von jedem Athleten gelebt werden. Medikamente sind nur etwas für kranke Menschen, aber nichts für gesunde Körper.



































Kommentare zu diesem Artikel
HANNAH13 sagt
...sau dumm diese dinger!!!
28. Februar 2011 um 14:25 Kommentar melden
Rosen-duften sagt
Doping sollte echt niemand betreiben und schon gar nicht, um einem Schönheitsideal nachzueifern!
Jeder Körper ist nun einmal anders und kann nicht so aussehen, wie in den Hochglanzmagazinen, wo dann an den eh schon dünnen Mädchen noch retuschiert und \"gebessert\" wird.
Total dumm, meiner Meinung nach, schließlich ist es statistisch bewiesen, dass die kleinen Makel uns erst liebenswert machen.
Eine Person, die jeder schön findet? - Nein, danke!
Individualität? - Ja, bitte!
Sonst wäre die Welt doch langweilig, wenn alle gleich wären.
Drogen, pfui - Individualität, hui.
15. Januar 2011 um 12:08 Kommentar melden
Valo-DGT sagt
egal was die machen , doping kann man ganz leicht selbst herstellen
05. Januar 2011 um 18:06 Kommentar melden
dirtbiker1994 sagt
doping is as für die die wissen das sie keine chance gegen uns(hart Trainiernde alles könne die besser sind alls andere) haben
01. Dezember 2010 um 13:58 Kommentar melden