Sport
Trampolinturnen

Spektakulär sieht es aus, wenn sich Matthias gen Hallendecke katapultiert, dabei Salti schlägt und Schrauben dreht, hoch und runter, über Kopf und um die eigene Achse. Matthias ist mit Leidenschaft Trampolinturner - wir stellen seine Sportart vor.
Matthias ist 18 und ein leidenschaftlicher Trampolinturner in der rund 20-köpfigen Trainingsgruppe des TV Unterbach. "Ich habe als Kind fast alle Sportarten ausprobiert: Fußball, Tennis, Schwimmen, Handball", sagt der Elftklässler. "Aber keine hat mir so viel Spaß gemacht wie Trampolinturnen. Deswegen bin ich bis heute dabeigeblieben." Seit acht Jahren trainiert und springt Matthias für den Düsseldorfer Verein, mittlerweile sogar für die erste Mannschaft, die in der Zweiten Bundesliga an den Start geht.
Koordination und Schnellkraft
Das Erfolgsrezept beim Trampolinturnen: die richtige Körperspannung. "Wichtig sind vor allem Koordinationsvermögen und Körperbeherrschung", erklärt der angehende Abiturient. Bauch-, Rücken- und Beinmuskeln müssen in den richtigen Momenten angespannt werden, damit man hoch springen und sich in der Luft drehen kann. Schnellkraft spielt auch eine Rolle, Kondition dagegen weniger. "Trotzdem ist man ziemlich schnell außer Atem", verrät er.
Der Spaß ist allen jungen Hüpfern in der Halle deutlich anzusehen. Nur logisch also, dass sich der Sport hierzulande immer größerer Beliebtheit erfreut. Auch die guten Resultate der deutschen Topathleten tragen ihren Teil dazu bei: Vor vier Jahren war Deutschland bei den Olympischen Spielen in Athen sogar erfolgreichste Nation im Trampolinturnen. Bei den Frauen sicherte sich damals Anna Dogonadze die Goldmedaille, Henrik Stehlik holte sich in der Herren-Konkurrenz Bronze.
Bei Olympia in Peking lief es allerdings weniger gut für die Athleten des Deutschen Turner-Bundes (DTB). Titelverteidigerin Dogonadze musste im Endkampf ihre Kür abbrechen und landete nur auf Position acht. Allerdings war sie aufgrund von hartnäckigen Rückenproblemen stark gehandicapt, schon ihre Olympia-Vorbereitung verlief alles andere als wunschgemäß. Auch Stehlik kam in der chinesischen Hauptstadt überhaupt nicht in Schwung. Seinen letzten Pflicht-Sprung verpatzte der 27-Jährige aus Salzgitter und kam somit nicht über den 16. und letzten Platz hinaus. Das Finale fand so ohne den Weltmeister von 2003 statt. Sei´s drum: Schon vorher hatten sich beide um das deutsche Trampolinturnen verdient und sich zu exzellenten Repräsentanten ihres Sports gemacht.
Eine große Trampolinfamilie
Viele Jungspunde eifern heute den deutschen Vorzeigeturnern nach. Beim TV Unterbach gibt es jedenfalls keinerlei Nachwuchssorgen. Viele junge Mädchen tummeln sich in der Halle - die jüngste zwölf, die älteste 27 Jahre. Victoria ist 16. "Neulich habe ich mir eine Bänderdehnung zugezogen", erzählt sie. "Gefährlich ist der Sport aber eigentlich nicht", wendet Matthias ein. Dafür sorgen weiche Matten, die neben den Trampolinen ausgelegt werden. Und wer als Anfänger aufs Trampolin steigt, dem wird im wahrsten Sinne des Wortes unterstützend unter die Arme gegriffen. Die Trainer springen am Anfang mit, legen den Neulingen ein festes Band um die Hüfte und kontrollieren so die Sprünge ihrer Sprösslinge.
Für Matthias sind die meisten Sprünge schon ein Kinderspiel. Das bewies er in diesem Jahr schon bei einigen Wettkämpfen. Das Drumherum gefällt ihm aber mindestens genauso gut wie der eigentliche Wettkampf. "Alles ist sehr persönlich, man kennt sich untereinander. Früher, als ich Tennis gespielt habe, gab es schon mal Gegner, die gegen mich gewonnen und hinterher nicht mehr mit mir geredet haben, weil sie sich so toll vorkamen", erinnert sich Matthias: "Beim Trampolinturnen gibt es das nicht, alle sind total freundlich, niemand abgehoben. Das macht die Sportart so schön."


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Kommentare zu diesem Artikel
Lotta sagt
Yeahh....
Mein kleines Brüderchen (14) ist heute im Trampolinturnen Bezirksmeister geworden und letzte Woche Kreismeister :]
Olympia wir kommen!!!
21. Februar 2009 um 20:22 Kommentar melden
Leooo sagt
Super, dass mal jemand über diese Sportart was schreibt!
23. Dezember 2008 um 16:18 Kommentar melden